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Das Drupal 6 Einsteigerseminar

Drupal ist ein Content Management System (CMS), das vom einfachen Einstieg bis hin zum komplexen Ausbau mit eigenen Modulen alle Möglichkeiten bietet.

Das Internet ist ein Massenmedium geworden. Fasziniert zunächst einfach nur die neue Technik der vernetzten Computer oder toll animierter Grafikeffekte, rücken jetzt die Inhalte immer mehr in den Vordergrund. Doch nicht nur große Konzerne und Universitäten betreiben eine Homepage, sondern auch viele kleine Firmen, Vereine, Freiberufler oder sogar Privatleute widmen ihrem Hobby einen eigenen Internetauftritt.

Doch nicht jeder, der etwas Interessantes zu sagen hat, möchte eine Homepage aufwendig von Hand programmieren oder kostenträchtig in Auftrag geben. Selbst bunte Monsterprogramme, die für viel Geld den Traum der bunten Netzwelt versprechen, setzen solide Grundkenntnisse voraus, wenn es über die einfachen Standardfunktionen hinausgehen soll. Ein Content Management System (CMS) wie Drupal kann die ideale Lösung sein, da man die technische Administration von der inhaltlichen Verwaltung trennen kann: Wer also die Stichworte “HMTL”, “PHP” oder “SQL” eher abschreckend findet und einfach nur eine Vereins- oder Fan-Seite ins Netz stellen möchte, kann mit der Installation der Software auch einen Freund oder einen externen Berater beauftragen. Einstellen und Pflege der Inhalte kann man dann anschließend nahezu mit der Leichtigkeit einer Textverarbeitung wiederum selbst erledigen.

Ein unschätzbarer Vorteil gegenüber konventioneller HTML-Programmierung ist die Möglichkeit, mit mehreren Personen ohne besondere Abstimmung an einer Website arbeiten zu können: Gerade bei Vereinsseiten, bleibt die mühsame Arbeit Termine zu recherchieren, das aktuelle Programm zu erstellen oder Berichte der letzten Veranstaltung zu schreiben nicht mehr automatisch am Webmaster hängen, sondern kann unabhängig von technischen Aspekten auf mehrere Personen verteilt werden. Dabei können sogar unterschiedliche Kompetenzen vergeben werden (wer darf was).

Als Opensource-Software ist Drupal grundsätzlich kostenlos erhältlich — das soll jetzt nicht das “Geiz ist geil”-Argument sein, doch es ermöglicht ohne finanzielles Risiko die Erprobung des CMS’: Erfüllt ein solches Programm grundsätzlich die Anforderungen, ist speziell Drupal für den geplanten Einsatz überhaupt geeignet? Man kann Erfahrungen sammeln und ggf. mit dem erarbeiteten Knowhow auch andere Systeme erproben. Darüber hinaus gibt es bei Opensource wenig Geheimniskrämerei über Schnittstellen, Dateiformate oder heimliche Aktivitäten à la “nach Hause telefonieren” (wobei hierbei die automatische “Update”-Erinnerung von Drupal nicht ganz unumstritten, aber im Gegensatz zu anderen Programmen bekannt ist). — Prinzipiell kann ja jeder im Quellcode nachsehen.

Da es sich um ein Einsteigerseminar handelt, ist es vorrangiges Ziel dieses Buches grundlegende Funktionen zu erläutern und konkrete Arbeitsschritte zu vermitteln. Dabei werden sinnvolle Zusatzprogramme (Editor, FTP-Programm, ZIP-Entpacker) ebenso berücksichtigt wie der Test-Server zu Hause oder Webspace beim Hoster. Ein Einsteigerseminar ist keine Referenz. Das heißt, es werden nicht alle in Drupal möglichen Funktionen bis ins letzte Detail erklärt, um nicht vom Stock aufs Stöckchen zu kommen. Das ist auch auf Grund der Komplexität und vieler externer Zusatzmodule auch kaum möglich. Das ist allerdings nicht schlimm, denn wer die Grundsätze aus den exemplarischen Arbeitsschritten einmal erfolgreich nachvollzogen hat, kann man mit etwas Neugier und gesunder Experimentierfreude auch nicht ausdrücklich erläuterte Funktionen selbständig erkunden.

Drupal läßt sich relativ leicht installieren und (grund-) konfigurieren, kann aber nicht zuletzt auf Grund vieler zusätzlicher Module zu einem sehr leistungsfähigen System erweitert und individuell angepaßt werden, wobei es schnell ans “Eingemachte” geht. Da die Grundausstattung gegenüber der Konkurrenz eher spartanisch ist, könnte man Drupal auch eher als Framework bezeichnen, auf dem man das Wunsch-CMS mit Hilfe Modulen und ggf. eigener Programmierkunst entwickeln kann. Dann ist ein gewisses Grundverständnis von Programmierung und den zugrunde liegenden Internettechniken bei kniffeligen Aktionen empfehlenswert. Der Entwicklungstakt ist hoch und in einschlägigen Foren gibt es einen regen Gedankenaustausch. Kein Grund zur Sorge also, daß man mit einem “elitären” CMS bei Problemen im Regen steht.

Das Einsteigerseminar Drupal 6

Das Drupal 6 Einsteigerseminar ermöglicht den leichten Einstieg in das beliebte Content Management System.

"Das Einsteigerseminar Drupal 6" von Thorsten Luhm ist ab sofort im Handel erhältlich, z. B. auch bei Amazon. Vmi Buch, Softcover 304 Seiten; 1. Auflage (August 2008), ISBN-13: 978-3826674792.

Weitere Informationen

Drupal allgemein

Die wichtigste Anlaufstelle zu Drupal ist die Homepage drupal.org, wo man die neueste Version herunter laden kann und viele weiterführende Informationen findet (z. B. zu den Systemvoraussetzungen). Einen sog. Drupal-Stack als fertiges System findet man beispielsweise bei BitNami. Eine gute Anlaufstelle speziell für deutschsprachige Nutzer ist das DrupalCenter. Wer Drupal schon aus einer früheren Version kennt, kann sich bei Mastering Drupal einen Überblick der Neuerungen verschaffen. Auch der Initiator des Projekts, Dries Buytaert, kommentiert auf seiner Homepage die Entwicklung.


Drupal: Themes & Module

Durch den modularen Aufbau kann man Drupal gezielt den Erfordernissen anpassen oder sogar selbst Erweiterungen entwickeln. Im folgenden einige Fundstellen zu Themes und Modulen.

Mit zusätzlichen Editoren kann man die Textmöglichkeiten in Drupal erheblich erweitern

Über grafische Erweiterungen lassen sich Bilder verwalten

Andere interessante Module

  • Gravatar ergänzt Beiträge um hinterlegte Bilder oder Logos der Autoren.
  • Iconizer um (Datei-) Links mit zusätzlichen Icons auszustatten.
  • Job Posting integriert über einen neuen Content Type Stellenangebote in die Website.
  • Poormanscron hilft bei fehlenden Cron-Jobs.
  • Printer-friendly Pages unterstützt eine druckfreundliche Ausgabe und PDF.
  • Ein Modul für Woopra erstellt Statisten über den Traffic der Website.
  • Kommentieren à la Wordpress.
  • Admin Menue erleichtert die Navigation durch die umfangreichen Funktionen im Backend.

Themes

Kleider machen Leute. Von Haus werden nur einige wenige Themes mit Drupal installiert. Man kann selbst welche entwickeln, vorhandene anpassen oder fertige herunter laden. Viele Themes sind kostenlos einige leider nur Demos, können aber der Inspiration dienen.


Software

  • Einen Editor kann man immer brauchen: unkaputtbar Phase 5, Text- und Programmiereditor (Windows), Notepad+ (Text- und Programmiereditor), Textmate (Mac) oder PSPad, Editor mit eingebautem FTP.
    Blogdesk ist speziell zur Zusammenarbeit mit Content Management Systemen konzipiert.
  • Mit einer Mindmap kann man Ideen organisieren und daraus ein Konzept für die Homepage ableiten. “FreeMind” ist eine Opensource-Software auf Java-Basis, die für viele Systeme verfügbar ist. Online gibt es
    test2mindmap als interessante Alternative, da als Grundlage eine hierarchische Liste dient.
  • Das Favicon ist das kleine Bild neben der URL, das auch bei den Lesezeichen erscheint. Websites wie antifavicon oder Favicon helfen beim erstellen der Bildchen. Mit dem Adsen Favicon Konverter kann man Favicons aus Fotos erzeugen. — Einen kleinen Workshop findet man bei “Favicon selbst gemacht“.
  • Farben zusammenstellen, Farbpunkte ermitteln und auf Tauglichkeit überprüfen kann man ColorPicker (Windows) oder Anry Color Picker. Farbschema aus Foto ableiten kann man mit dem Palette Generator von “Big Huge Labs”. Ein Farbschema auf Brauchbarkeit bei bekannten Sehschwächen überprüfen ist bei Wellstyled möglich.

Wo findet man Gleichgesinnte?

Wenn man sich mit Drupal oder einem anderen Thema beschäftigt, muß dies nicht allein im stillen Kämmerlein passieren. Im Internet gibt es eine Menge unterschiedlicher Anlaufstellen zu Drupal und dem ganz normalen Leben, wo man sich real zum Gedankenaustausch treffen kann.

  • Barcamps sind sog. Unkonferenzen, die in der Regel 1 bis 2 Tage dauern und bei denen relativ spontan über die behandelten Themen entschieden wird. Siehe auch “Was ist eigentlich ein Barcamp?” oder Barcamp bei Wikipedia.
  • Mixxt stellt kostenlos Community-Funktionen zur Verfügung mit denen man eigene Treffen, Events usw. verwalten und begleiten kann.
  • Pl0gbar findet in vielen Städten etwa alle 2 Wochen statt und dreht sich primär um Webentwicklung, schweift aber auch mal vom Thema ab (z. T. via Mixxt).
  • User Groups haben ihre Tradition in den themenbezogenen Gruppen des UseNet, die über einen News-Server bezogen werden können (Google Groups bietet ein entsprechendes Webinterface). Ein gut sortierter News-Server bietet 20.000 und mehr Gruppen zu allen möglichen Themen.
  • Venteria bietet einen öffentlichen Terminkalender über Veranstaltungen aller Art. Wird auch gern verwendet, um Barcamps, User Groups usw. bekannt zu machen.
  • Webmontag bringt Webworker in der realen Welt zusammen. Diese Treffen finden bundesweit in verschiedenen Städten statt.
  • Xing bringt Leute aus allen Berufsfeldern zusammen. Basisfunktionen können kostenlos genutzt werden, der volle Leistungsumfang ist leider nicht gratis.