Das Leben in einem Tag — der 24. Juli 2010

Schon als das Internet noch DFÜ genannt wird, fällt oft der Vergleich mit dem globalen Dorf. Bis zu einem gewissen Grad scheint sich dies jetzt zu verwirklichen wie beispielsweise in dem Projekt “Life in a Day “.

Life in a Day -- Deutschland, die Loveparade 2010

Life in a Day — Deutschland, die “Loveparade 2010″
(Quelle: Youtube)

Via Internet fordern Produzent Ridley Scott und Regisseur Kevin Macdonald die Nutzer weltweit auf, einen Teil ihres Lebens in einem kurzen Videoclip festzuhalten. Stichtag ist der 24. Juli 2010.

Der Blog-Eintrag “Life in a Day now available on YouTube” gibt eine kurze Information. Basierend auf etwa 4.500 Stunden Videomaterial ist daraus ein Film von 1 ½ Stunden entstanden, meist mit englischem O-Ton, allerdings auch mit Untertiteln in 25 Sprachen (bei Amazon als DVD oder Bluray).

Einem Tagesverlauf nachempfunden setzt der Film Hunderte von Einzelsequenzen zusammen:

  • Wie der Tag in unterschiedlichen Teilen der Welt beginnt
  • Szenen aus dem Krankenhaus
  • Vorstellung eins Radlers, der seit mehr als 9 Jahren mit dem Fahrrad um die Welt fährt
  • Was ist in deiner Tasche — von Andenken über Autoschlüssel bis zur Knarre
  • Ungewöhnliche Perspektive: Der menschliche Turm per Helmkamera, auf dem Sprungturm oder beim Surfen

Auch Deutschland ist mit einem recht langen Ausschnitt in diesem Film vertreten: Gegen Ende des Tages kommen Bilder vom Unglück bei der Loveparade, die ebenfalls an diesem 24. Juli stattfindet — 21 Tote und Hunderte von Verletzten sind eine traurige Bilanz für die sich bis heute niemand verantwortlich fühlt.

Eigentlich ein interessanter Ansatz, allerdings mit 135 Minuten und nur mit wenigen Erläuterungen, was man dort eigentlich genau zu sehen bekommt, auf Dauer etwas anstrengend. Englischer Kommentar und deutsche Untertitel bieten leider nur eine grobe Orientierung.

Inzwischen gibt es mehrere Projekte dieser Art. So ist für den 12. November 2011 eine britische Version von “Life in a Day” angekündigt. Auch der NDR wirbt für einen Tag der Norddeutschen am 11. Mai 2012, der allerdings nur 18 Stunden umfassen soll — von 6.00 bis 24.00 Uhr. 24 Stunden Berlin findet am 5. und 6. September 2008 statt (von 6.00 bis 6.00 Uhr). Auch das Projekt “One Day on Earth” — Help document the World’s Story — verfolgt eine ähnliche Art der Dokumentation. Und nicht zu vergessen, “Home” von Yann Arthus-Bertrand.

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